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EINLEITUNG
Wie der Titel dieser
Arbeit schon erahnen läßt, so wird auf den folgenden Seiten mit den Untersuchungsgegenständen
Bildung, Bilder und Videoproduktion ein umfassendes Untersuchungsfeld
in Angriff genommen. Es interessieren mich dabei die Zusammenhänge, die
zwischen Bildung und Bildern bestehen. Es interessiert mich, von dem konkreten
Beispiel einer Videoproduktion ausgehend, inwieweit Bilder an einem individuellen
Bildungsprozeß beteiligt sind und, inwieweit diese Erkenntnisse über Bilder
einer Videoproduktion auf Bilder generell übertragbar sind.
Ich frage nicht ob, sondern
welche Zusammenhänge bestehen. Warum stelle ich die Frage nach den Zusammenhängen
von Bildung, Bildern und Videoproduktion? Da ein Zusammenhang zwischen
Bildung und Bildern besteht, erscheint es sinnvoll, die Erkenntnisse über
den Zusammenhang in organisierten Bildungsmaßnahmen aufzugreifen.
Bildern wird als eigenständigem
Bildungsgegenstand kaum Beachtung geschenkt - zumindest sind mir trotz
intensiver Literaturrecherchen kaum Quellen bekannt geworden. Dennoch
spreche ich von Zusammenhängen zwischen Bildern und Bildung und gehe noch
einen Schritt weiter und sage, daß Bilder im Bildungsprozeß von Bedeutung
sind. Ich habe Anlaß zu der Vermutung, daß Bilder, die von einem Menschen
(Individuum) gesehen (visuell wahrgenommen) werden, etwas in diesem Individuum
auslösen.
Dieses 'etwas', das ausgelöst
wird, scheint Merkmale von Bildung zu enthalten. Damit frage ich nicht,
was ein Individuum von Bildern lernen kann, d.h. wie Bilder in einem organisierten
Lernprozeß eingesetzt werden können. Mich interessiert vielmehr der aktivierende
Charakter für das Bewußtsein während der eigenständigen Auseinandersetzung
mit Bildern.
Dieser Charakter scheint
dadurch zutage zu treten, daß bei dem Individuum aufgrund der visuellen
Wahrnehmung bewußte und affektive Bereiche beteiligt werden und, daß aus
dem Gesehenen die eigene Gestaltung von Bildern erwachsen kann. Die bewußte
Auseinandersetzung ist ein Merkmal von Bildung und kann auch unabhängig
von intendiertem Lernen geschehen.
Damit ist zum einen das
individuelle Geschehen angesprochen, das mit der bewußten Auseinandersetzung
einhergeht. Zum anderen geht die Frage nach der Bedeutung von Bildern
im Bildungsprozeß über die individuelle Auseinandersetzung hinaus und
setzt an dem gesellschaftlichen Kontext an, in dem Bildung geschieht und
in dem sich das Individuum befindet.
Ein anderes Merkmal von
Bildung ist die individuelle Auseinandersetzung im gesellschaftlichen
Kontext. Bilder sind diesem Kontext entnommen. Der Frage danach, welche
Bedeutung Bilder generell im Bildungsprozeß einnehmen, nähere ich mich
exemplarisch, indem ich mich mit Bildern beschäftige, die im Zuge einer
Videoproduktion entstanden sind.
Zu diesem Zweck interviewte
ich aktive Laien-VideoproduzentInnen. Sie sprachen über ihre inneren Auseinandersetzungsprozesse
während des Produktionsgeschehens. Ihre Aussagen werden im Hinblick auf
die Fragestellung analysiert, inwieweit bei diesen Auseinandersetzungsprozessen
Zusammenhänge zwischen Bildern und Bildung bestehen und welche Bedeutung
Bilder deshalb generell in Bildung einnehmen können.
In diesem Kontext richte
ich mein Augenmerk insbesondere auf die historische Dimension dieser Untersuchungsbereiche,
die die Einbindung der Entwicklungsmöglichkeiten des Individuums im gesellschaftlichen
Entwicklungsprozeß hervorhebt. Hier werden die Bildungsgeschehnisse ansatzweise
aus der historischen, gesellschaftlichen und individuellen Perspektive
betrachtet. Die Bildungsgeschehnisse sind eng mit den gesellschaftlichen
Entwicklungen verwoben.
Diese Entwicklungen sind
nicht losgelöst von der Einflußnahme des Geschlechts auf Bildung zu verstehen,
darum greife ich einige Einflußmerkmale daraus auf:
Ich beginne im 1. Kapitel
mit der theoretischen Auseinandersetzung der Begriffe 'Bildung' und 'Bilder'.
Ich stelle ihre Merkmale heraus, auf die ich in den weiteren Ausführungen
zurückgreifen werde. Über Bildung und Bilder wurde seit Jahrhunderten
nachgedacht. Videoproduktion ist dagegen im historischen Kontext ein sehr
junges Betätigungsfeld, insbesondere in der Pädagogik, dem in dieser Arbeit
deshalb in Kapitel 2 ausführlich Raum gegeben wird. Dort stelle ich die
Grundlagen der Videoproduktion und den Rahmen dieses Produktionsgeschehens
vor und lege Hintergründe des konkreten Produktionsgeschehens dar.
Damit nähere ich mich
dem praktischen Teil von Bildung. In Kapitel 3 kommen aktive Laien-ProduzentInnen
zu Wort und stellen ihre persönliche Auseinandersetzungen im Produktionsgeschehen
dar. Die individuellen Aussagen ordne ich nach innewohneneden Merkmalen
und fasse sie in Kategorien zusammen. Sie werden in Kapitel 4 im Vergleich
mit den Merkmalen von Bildung ausgewertet. In Kapitel 5 gebe ich einen
abschließenden Ausblick auf eine Fortführung der Video-Bildungsarbeit..
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